Gewalt in der Familie

Wusstest du, dass gerade jetzt wegen Corona die hÀusliche Gewalt extrem zugenommen hat?

Vielleicht hast du eines oder mehrere dieser Probleme:

👎 Verbale Auseinandersetzungen
👎 Körperliche Gewalt
👎 psychische Gewalt

👎 Die Kommunikation der Familienmitglieder hat sich derart verschlechtert, dass die familiĂ€re Interaktion stark eingeschrĂ€nkt ist, sich anschweigen oder nebeneinander her leben
👎 Familienangehörige werden Opfer von Gewaltandrohungen oder (verbaler) Gewalt
👎 Verbale oder körperliche Auseinandersetzungen in der Familie
👎 CoabhĂ€ngigkeit: Die Familienmitglieder unterstĂŒtzen, entschuldigen oder ignorieren die Gewalt
👎 Allen Familienmitgliedern ist der Ernst und die Folgen der hĂ€uslichen Gewalt bewusst, stehen der Situation aber ratlos gegenĂŒber
👎 Soziale Entfremdung der Familienmitglieder
👎 Aufgrund des Mangels an Struktur in der Familie werden die Kinder ĂŒbermĂ€ĂŸig gehemmt oder entwickeln aufgesetzte Verhaltensweisen
👎 GewalttĂ€tige Eltern merken oft nicht, dass die vorgelebten Verhaltensmuster spĂ€ter auch zu Alkoholmissbrauch bei den Kindern fĂŒhren können
👎 Die Familie erlebt Scham und DemĂŒtigungen und versucht deshalb die Gewalt zu vertuschen, um ihr Gesicht zu retten

Welche Ziele hast du? Was möchtest du erreichen?

👍 Die gewalttĂ€tigen Familienmitglieder erkennen die Notwendigkeit einer VerĂ€nderung und beginnen mit den notwendigen Maßnahmen
👍 Verbesserung der Kommunikation, Problemlösestrategien und AktivitĂ€ten innerhalb der Familie
👍 Die gewalttĂ€tige Person entwickelt BewĂ€ltigungsstrategien fĂŒr den Umgang mit seiner Aggression

Vorneweg, bevor du anfÀngst:

💯% Es ist nicht deine Schuld, ganz sicher! Egal was dir gesagt wurde, du bist die Zukunft, ganz sicher!
💯% Hol dir Hilfe. Es ist keine Schande sich die Hilfe von Profis zu holen.
💯% Senden und Empfangen sind 2 unterschiedliche Dinge. Auch wenn du die gewalttĂ€tige Person liebst, kannst und musst du dich gleichzeitig schĂŒtzen, wenn du schlechtes empfĂ€ngst. Vielleicht musst du die gewalttĂ€tige Person auch aus Liebe zu ihr vorĂŒbergehend in eine schlechtere Position bringen, um ihr langfristig helfen zu können. Wenn du dich entschieden hast, ihr Liebe zu senden, dann hilfst du ihr auch durch deinen Selbstschutz.
💯% Im Berufsleben fragt dich spĂ€ter keiner mehr danach, was in deiner Kindheit schiefgelaufen ist. Lass dich deshalb gerade jetzt nicht abhĂ€ngen, sondern baue dir aus Trotz jetzt deine Zukunft auf, damit du in 80 Jahren sagen kannst: „Wie gut, dass ist das verĂ€ndert habe.“

Alles klar? Dann los! 🎬


✔ Sei gut informiert um gut zu entscheiden zu können

Rat und Hilfe bei hÀuslicher Gewalt (externer Link)
Mehr Schutz bei hÀuslicher Gewalt (externer Link)


✔ Entwickle neue Verhaltensweisen, um mit der Situation umzugehen.

Nutze bewusst eine Timeout-Technik:
1) Nimm deine GefĂŒhle wahr. Sie sind der Teil von dir, der zu dir hĂ€lt und dir zeigt, dass es etwas besseres fĂŒr dich gibt.
2) Zeige anderen, dass jetzt keine sinnvolle Kommunikation mit dir möglich ist
3) Erkenne die Notwendigkeit dich zurĂŒckzuziehen, um dich sammeln zu können
4) Ziehe dich zurĂŒck, um die abzureagieren und zu sammeln. Mit klarem Kopf triffst du die besseren Entscheidungen fĂŒr dich.
5) Gehe wieder auf andere zu und arbeite an deiner Zukunft


✔ Vereinbare einen Vertrag mit dir selbst, damit jegliche körperliche, psychische oder verbale Gewalt dir gegenĂŒber oder deren Androhung, Folgen haben werden.

Frage dich, ob du einen Vertrag unterzeichnen möchtest, damit keine aggressiven Drohungen, körperliche oder psychische Gewalt in deiner Familie mehr Platz haben.


✔ Entwickle einen Schutzplan, falls ein neuer Gewaltangriff droht

Hierzu brauchst du die Hilfe von einem Fachmann, der dich und deine Situation genau kennt und die entsprechende Wege zeigen kann. Das ist fĂŒr jeden individuell, so individuell und einzigartig, wie du es bist. Deshalb nennen wir dir hier nur Kontaktadressen zu Stellen, die dir dabei helfen werden passende Hilfe zu finden:

Jugendamt, Vertrauenslehrer, Kinderarzt, BĂŒrgerbĂŒro deiner Stadt,

Hilfe und Beratung fĂŒr Kinder und Jugendliche,die in Not sind oder Sorgen haben:
www.nummergegenkummer.de (externer Link)
Tel: 116 111 (kostenlos)
www.kinderschutz-zentren.org (externer Link)
www.gewalt-ist-nie-ok.de (externer Link)


✔ Eine gute Vorbereitung, beschleunigt alles

Wenn du zu einer Beratungseinrichtung gehst, solltest du gut vorbereitet sein, damit man dort einen schnellen Überblick der Lage bekommt und mehr Zeit fĂŒr Lösungen hat. Außerdem ersparst du dir, deine Geschichte dauern erzĂ€hlen zu mĂŒssen. Viele Jugendliche meiden sogar nach einer Zeit Beratungsstellen, weil sie sich nicht dauernd erklĂ€ren wollen und em Ende zu wenig Zeit zum Handeln bleibt.

Also, beantworte folgende Fragen, nimm den immer Zettel mit und gib ihn am Beginn der Beratung ab:

Wer wohnt bei euch
– Erwachsene (mit Alter und was sie tagsĂŒber machen):
– Kinder (mit Alter):
Wie viele Zimmer hat eure Wohnung:
Habt ihr ein Auto:
Was ist dein Problem (z.B. körperlich, psychisch oder verbal):
Wie oft passiert das (z.B. tÀglich, wöchentlich, monatlich):
Was passiert genau:
(Wenn du nicht darĂŒber reden möchtest, dann kannst du auch beschreiben, was du Ă€hnliches mal in einem Film gesehen hast.)
Wo hast du schon um Hilfe gefragt:
Wovor hast du Angst:
Von wem bist du Fan und was macht der:
Was machst du gerne:
Gibt es noch etwas, was wichtig ist:
Was wĂŒnscht du dir, wie man dir heute ganz konkret helfen kann:


✔ Konzentriere dich bewusst auf Sachen, die dir Spaß machen.

Denn niemand hat das Recht, dir das kaputt zu machen. Es gibt die Kraft und Energie. Und es ist das, was du wieder machst, wenn du die Gewalt in der Familie besiegt hast. Also fange gleich damit an.


✔ Bleibe hartnĂ€ckig, wenn es um dich geht

Gerade am Anfang wirbeln VerÀnderungen viel Staub auf. Das zeigt aber, dass du tatsÀchlich etwas verÀnderst. Sei stolz darauf, was du da gerade schaffst.

Bleibe weiter bei deinen Zielen und halte dich an deinen Vertrag, dass jegliche körperliche, psychische oder verbale Gewalt dir gegenĂŒber Folgen haben werden.


✔ (Er-)Lebe jede Woche einen „Caring-Day“

Denke einmal pro Woche bewusst an die Leute, die dich unterstĂŒtzen, z.B. der rest deiner Familie, deine Freunde, ein bestimmter Lehrer oder eine Beratungsstelle. Mache fĂŒr sie etwas Schönes, z.B. ein nettes Kompliment, oder eine bestimmte Arbeit ohne gefragt zu werden. Oder du erzĂ€hlst, was du letzt Woche mit deren Hilfe erreicht hast.


✔ Probiere etwas neues!

Probiere regelmĂ€ĂŸig etwas neues aus. Eine neue Sportart, ein neuer Ort, besuch von neuen Freizeitgruppen. Auch wenn du nicht immer alles davon beibehalten wirst, wird es dir helfen das zu finden, wonach du gerade noch suchst.