Überforderung mit der Pflege

Vielleicht hast du eines oder mehrere dieser Probleme:

👎 Du fühlst dich mit der Pflege von Mama/Papa überfordert
👎 Du bis verzweifelt, wenn sich der Gesundheitszustand von Mama/Papa verschlechtert
👎 Du hilfst gerne, hast aber Angst, dass du die Aufgaben irgendwann nicht mehr übernehmen kannst (wegen dem Abitur, Ausbildung, Studium, du hast einen Freund, schaffst es körperlich oder emotional nicht mehr)
👎 Du fühlst dich wertlos, weil du dich nicht richtig um Mama/Papa kümmern kannst
👎 Du streitest dich oft mit anderen über die Pflegemöglichkeiten
👎 Du kannst die positiven Aspekte der Pflegerolle nicht annehmen
👎 Deine eigene Gesundheit leidet unter der körperlichen oder seelischen Belastung
👎 Deine Schule, Ausbildung oder Studium leidet unter der Situation

Welche Ziele hast du? Was möchtest du erreichen?

👍 Du kannst die körperlichen und emotionalen Herausforderungen der Krankheit und der Pflege besser meistern
👍 Du löst und vermeidest Konflikte, die aufgrund der Pflege entstehen
👍 Du kannst die positiven Aspekte deiner Pflegerolle annehmen und daraus Energie tanken
👍 Du erhälst mehr Wissen über die Krankheit und deren Verlauf. So kannst du dich besser auf neue Herausforderungen einstellen.
👍 Du lernst neue Hilfs-, Beratungs- und Unterstützungsmöglichkeiten kennen und schöpfst alle Hilfen aus
👍 Du verbesserst die Sicherheit und das Wohlergehen des Pflegebedürftigen (Mama/Papa)

Vorneweg, bevor du anfängst:

💯% Es ist nicht deine Schuld, ganz sicher! Egal was dir gesagt wurde, du bist die Zukunft, ganz sicher!
💯% Hol dir Hilfe. Es ist keine Schande sich die Hilfe von Profis zu holen.
💯% Senden und Empfangen sind 2 unterschiedliche Dinge. Auch wenn du die pflegebedürftige Person (Mama/Papa) liebst, kannst und musst du dich gleichzeitig schützen, wenn du schlechtes empfängst. Wenn du dich entschieden hast, ihr Liebe zu senden, dann hilfst du ihr auch durch deinen Selbstschutz. Ganz bestimmt mehr als ohne, ganz bestimmt.
💯% Im Berufsleben fragt dich später keiner mehr danach, was in deiner Kindheit schiefgelaufen ist. Lass dich deshalb gerade jetzt nicht abhängen, sondern baue dir aus Trotz jetzt deine Zukunft auf, damit du in 80 Jahren sagen kannst: „Wie gut, dass ist das verändert habe.“

Alles klar? Dann los! 🎬


✔️ Werde dir bewusst, wo genau deine Probleme liegen

Denke dabei z.B. über folgende Dinge nach:
– erste Anzeichen & Symptome der Krankheit
– ob und wann eine Diagnose gestellt wurde
– aktueller Ablauf der Pflege
– Wer hilft bei der Pflege mit (Familie, Pflegedienst)
– Sorge um den Kranken
– Trauer über vergangene Zeiten
– Streit über die Aufgabenverteilung der Pflege
– eigene körperliche Probleme
– Gefühl der Überforderung
– Frust über die Verhaltensweisen des Kranken
Schreibe die Probleme auf, die dir dabei einfallen


✔️ Lerne zwischen inneren und äußeren Faktoren zu unterscheiden

Sortiere deine aufgeschriebenen Probleme in 2 Spalten oder Stapel:

Äußere Faktoren

Dazu zählen praktische Anforderungen wie schulische, finanzielle oder medizinische Aufgaben. Diese Anforderungen werden an dich gestellt.

Innere Faktoren

Dazu zählen vor allem deine emotionalen Bedürfnisse und wie du die Situation erlebst. Diese Faktoren erzeugst und erlebst du in dir selbst.

Äußere Faktoren kannst du durch Handlungen verändern, innere Faktoren durch innere Prozesse.

Der Mensch, auch du, besteht aus seinem Körper, seinem Denken & Gefühlen und seinem freien Willen. Alles ist untrennbar miteinander verschmolzen. Deshalb wirken sich auch weltliche Probleme auf deine Emotionen aus und umgekehrt, sie beeinflussen sich gegenseitig.


✔️ Verschaffe dir Klarheit über deine zukünftigen Herausforderungen

– Bitte deine Eltern dich über die Krankheit, den Krankheitsverlauf und den aktuellen Gesundheitszustand zu informieren. Du kannst zusätzlich auch selbst im Internet o.ä. recherchieren.
– Erstelle eine Liste mit Fragen, die du jederzeit ergänzen kannst, wenn dir welche einfallen. Sprich mit deinen Eltern ab, wann der beste Zeitpunkt ist, um neue Fragen regelmäßig beantworten zu können.
– Vermerke hinter jeder Frage kurz die Antwort oder einen Stichpunkt, damit du dich auch später noch genau an die Antworten erinnern kannst.


✔️ Sprich mit deinen Eltern über deine Gefühle

Du bist sicher Profi und weißt selbst am Besten, wann der beste Augenblick ist, mit deinen Eltern in Ruhe zu sprechen.
Du solltest deine Gefühle frei aussprechen, denn wahrscheinlich geht es deinen Eltern ähnlich. Sprecht z.B. über
– die zunehmende Abhängigkeit des Kranken
– die Änderung der Rollen von Eltern und Kinder
– die gegenseitige Unsicherheit und
– wie schnell sich daraus Missverständnisse entwickeln können
– ob sich deine Eltern in manchen Situationen auch unsicher oder unwohl fühlen und was ihnen dagegen hilft


✔️ Konzentriert euch auch auf positive Dinge

Erstelle eine Liste mit positiven Dingen und Aktivitäten, die dir oder deiner Familie gut tut und die ihr gerade umsetzten könnt (z.B. Freunde besuchen, Lieblingsessen, Hobbys, gemeinsame Aktivitäten)
Bitte deine Eltern die Liste so zu sortieren, dass die besten Ideen oben stehen.
Bespreche mit deinen Eltern, wann ihr die einzelnen Punkte umsetzen wollt.


✔️ Eine gute Vorbereitung, beschleunigt alles

Wenn du zu einer Beratungseinrichtung gehst, solltest du gut vorbereitet sein, damit man dort einen schnellen Überblick der Lage bekommt und mehr Zeit für Lösungen hat. Außerdem ersparst du dir, deine Geschichte dauernd erzählen zu müssen. Viele Jugendliche meiden sogar nach einer Zeit Beratungsstellen, weil sie sich nicht dauernd erklären wollen und am Ende zu wenig Zeit zum Handeln bleibt.

Also, beantworte folgende Fragen, nimm den immer Zettel mit und gib ihn am Beginn der Beratung ab:

Wer wohnt bei euch
– Erwachsene (mit Alter und was sie tagsüber machen):
– Kinder (mit Alter):
Habt ihr ein Auto:
Wer ist alles gerade krank und was hat derjenige:
Wer war alles schwerer krank und was hatte derjenige:
Hat jemand von euch einen Pflegegrad oder Grad der Behinderung (nur wenn du da weißt):
Was ist dein Problem (z.B. Schule, Pflege, Streit, Krankheit):
Wie oft ist das ein großes Problem (z.B. täglich, wöchentlich, monatlich):
Was passiert genau:
(Wenn du nicht darüber reden möchtest, dann kannst du auch beschreiben, was du ähnliches mal in einem Film gesehen hast.)
Wo hast du schon um Hilfe gefragt:
Wovor hast du Angst:
Von wem bist du Fan und was macht derjenige:
Was machst du gerne:
Gibt es noch etwas, was wichtig ist:
Was wünscht du dir, wie man dir heute ganz konkret helfen kann:


✔️ Sei gut informiert, um gut zu entscheiden zu können